Mammakarzinom

4.2

August 2019



NrQI 1
TitelWeiterbehandlung der im Screening detektierten Mammakarzinome in zertifizierten Brustkrebszentren
ZählerAnzahl der Patientinnen, die eine Behandlung in einem zertifizierten Brustkrebszentrum (DKG/DGS, NRW) erhalten
NennerAlle im Screening entdeckten Pat. mit histologisch gesichertem inv MaCa u/o DCIS
Referenz Empfehlung3.9

d.) Zur Sicherung einer bestmöglichen Behandlung soll die weiterführende Therapie von im Screening detektiertem Mammakarzinom in zertifizierten Brustzentren erfolgen. Die kontinuierliche Qualitätssicherung soll durch Kommunikation und Datenerfassung zwischen Screeningzentrum und zertifiziertem Brustzentrum gesichert werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEK

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Weiterbehandlung der im Screening detektierten Mammakarziome u/o DCIS in einem zertifizierten Brustkrebszentrum
AnmerkungenDer QI kann mit Daten der Kooperationsgemeinschaft Mammographie ausgewertet werden


NrQI 2
TitelPrätherapeutische histologische Sicherung (seit 2012, vormals: MamCa 1)
ZählerPat. mit prätherapeutischer histologischer Diagnosesicherung durch Stanz- oder Vakuumbiopsie
NennerPat. mit Ersteingriff und Histologie „invasives Mammakarzinom oder DCIS“ als Primärerkrankung
Referenz Empfehlung4.5
Die histologische Abklärung von Befunden soll durch Stanzbiopsie, Vakuumbiopsie und in zu begründenden Ausnahmefällen durch offene Exzisionsbiopsie erfolgen.
Evidenzgrundlage/weitere informationenLOE 3a, Empfehlungsgrad A

Qualitätsziel:
Möglichst viele Pat. mit prätherapeutischer histologischer Sicherung durch Stanz- oder Vakuumbiopsie bei Ersteingriff und Primärerkrankung invasives Mammakarzinom und/oder DCIS
Anmerkungen


NrQI 3
TitelIntraoperative Präparateradio-/-sonographie (seit 2012, vormals: MamCa 2)
ZählerOperationen mit intraoperativem Präparatröntgen oder intraoperativer Präparatsonographie
NennerOperationen mit präoperativer Drahtmarkierung gesteuert durch Mammographie oder Sonographie
Referenz Empfehlung4.6.
Die prä- oder intraoperative Markierung soll insbesondere bei nicht tastbaren Veränderungen mit der Methode erfolgen, mit der der Befund eindeutig darstellbar ist.
Der Nachweis einer adäquaten Resektion ist intraoperativ durch Präparateradiographie oder Präparatesonographie zu erbringen. Sollte eine MR-gesteuerte Markierung durchgeführt worden sein, so soll im Fall eines histologisch unspezifischen benignen Befundes eine MR-Kontrolle innerhalb von 6 Monaten durchgeführt werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEK

Qualitätsziel:
Möglichst häufig intraoperative Präparatsonographie o. radiographie nach präoperativer Markierung
Anmerkungen


NrQI 4
TitelAxilläre Lymphknotenentfernung bei DCIS (seit 2012, vormals: MamCa 3)
ZählerPat. mit axillärer Lymphknotenentnahme (primäre Axilladissektion oder SNB)
NennerPat. mit Histologie „DCIS“ und abgeschlossener operativer Therapie bei Primärerkrankung und brusterhaltender Therapie
Referenz Empfehlung4.10.
Eine Axilladissektion soll beim DCIS nicht durchgeführt werden. Eine Sentinel-Node-Biopsie soll nur durchgeführt werden, wenn eine sekundäre Sentinel-NodeBiopsie aus technischen Gründen nicht möglich ist, z. B. bei Ablatio mammae.
Evidenzgrundlage/weitere informationenLOE 1b, Empfehlungsgrad A

Qualitätsziel:
Möglichst wenige Pat. mit primärer Axilladissektion oder Sentinel-Node-Biopsie (SNB) bei DCIS mit brusterhaltender Therapie
AnmerkungenQualitätsziel <5%


NrQI 5
TitelEndokrine Therapie als erste Therapieoption beim steroidzeptorpositivem metastasierten Mammakarzinom (seit 2012, vormals: MamCa 11)
ZählerPat., die eine endokrin basierte Therapie im metastasierten Stadium als First-line-Therapie erhalten haben
NennerAlle Pat. mit steroidrezeptorpositivem und HER2negativem Mammakarzinom und Erstdiagnose einer Metastasierung
Referenz Empfehlung5.13.
Die endokrine Therapie +/- zielgerichteter Therapie ist die Therapie der Wahl bei positivem Hormonrezeptorstatus und negativem HER2-Status. Die endokrine Therapie ist nicht indiziert bei Patientinnen, bei denen die Notwendigkeit des Erreichens einer schnellen Remission zur Abwendung von ausgeprägten Symptomen des betroffenen Organs besteht.
Evidenzgrundlage/weitere informationenLOE 1b, Empfehlungsgrad A

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Durchführung einer endokrin basierten Therapie als First-Line-Therapie bei Pat mit Mammakarzinom, positivem Hormonrezeptorstatus, negativem HER2-Status und Erstdiagnose einer Metastasierung.
AnmerkungenDer Qualitätsindikator soll getrennt nach weiblichen und männlichen Patienten berechnet werden (siehe Einleitung)


NrQI 6
TitelIndikation zur Sentinel-Lymphknotenbiopsie (seit 2012, vormals: MamCa 4)
ZählerPat. mit alleiniger Sentinel-NodeBiopsie
NennerPat. mit Primärerkrankung invasives Mammakarzinom und negativem pN-Staging und ohne präoperative tumorspezifische Therapie
Referenz Empfehlung4.23.

a.) Das axilläre Staging soll Bestandteil der operativen Therapie des invasiven Mammakarzinoms sein.

Konsens

b.) Dies soll mithilfe der Sentinellymphknoten-Entfernung (SNB) bei palpatorisch und sonographisch unauffälligem Lymphknotenstatus erfolgen.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEK

Qualitätsziel:
Möglichst viele Pat. mit SentinelNode-Biopsie bei Lymphknotennegativem (pN0) invasivem Mammakarzinom ohne präoperative tumorspezifische Therapie
AnmerkungenDer Qualitätsindikator soll getrennt nach weiblichen und männlichen Patienten berechnet werden (siehe Einleitung)


NrQI 7
TitelTherapie der axillären Lymphabflussgebiete bei pN1mi (neu 2017)
ZählerAnzahl Pat. mit Therapie (= Axilladissektion o. Radiatio) der axillären Lymphabflussgebiete
NennerAlle Pat. mit Primärerkrankung invasives Mammakarzinom, pN1mi
Referenz Empfehlung4.23.
f.) Bei ausschließlicher Mikrometastasierung soll auf eine gezielte Therapie der Lymphabflussgebiete (Operation, Radiotherapie) verzichtet werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenLoE 1b, Empfehlungsgrad B

Qualitätsziel:
Möglichst selten Therapie der axillären Lymphabflussgebiete bei Mikrometastasierung
AnmerkungenQualitätsziel <5%


NrQI 8
TitelDurchgeführte Strahlentherapie nach BET (seit 2012, vormals: MamCa 6)
ZählerPat. mit invasivem Karzinom und BET, die eine Radiatio der Brust erhalten haben
NennerPat. mit Primärerkrankung invasives Mammakarzinom und BET
Referenz Empfehlung4.36.
Nach brusterhaltender Operation wegen eines invasiven Karzinoms soll eine Bestrahlung der betroffenen Brust durchgeführt werden.

Bei Patientinnen mit eindeutig begrenzter Lebenserwartung (<10 Jahre) und einem kleinen (pT1), nodal-negativen (pN0), Hormonrezeptor-positiven HER2-negativen Tumor mit endokriner adjuvanter Therapie, freie Schnittränder vorausgesetzt, kann unter Inkaufnahme eines erhöhten Lokalrezidivsrisikos nach individueller Beratung auf die Strahlentherapie verzichtet werden
Evidenzgrundlage/weitere informationenLOE 1a, Empfehlungsgrad A

Qualitätsziel:
Adäquate Rate an Bestrahlungen nach BET bei Pat. mit Ersterkrankung invasives Mammakarzinom.
Anmerkungen


NrQI 9
TitelEndokrine Therapie bei rezeptorpositiven Befund (seit 2012, vormals: MamCa 7)
ZählerPat., die eine adjuvante endokrine Therapie erhalten haben.
NennerSteroidrezeptorpositive Pat. mit Primärerkrankung invasives Mammakarzinom.
Referenz Empfehlung4.50.
a.) Patientinnen mit östrogen- und/oder Progesteronrezeptorpositiven (°) invasiven Tumoren sollen eine endokrine Therapie erhalten.

° (>/=10% progesteronrezeptorpositive Tumorzellkerne)
Evidenzgrundlage/weitere informationenLOE 1a, Empfehlungsgrad A

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Durchführung einer endokrinen Therapie bei rezeptorpositiven Pat. mit Ersterkrankung invasives Mammakarzino
Anmerkungen


NrQI 10
TitelTrastuzumab-Therapie bei HER2-positivem Befund (seit 2012, vormals: MamCa 8)
ZählerAlle Pat., die eine (neo-) adjuvante Trastuzumab-Therapie über 1 Jahr erhalten haben
NennerAlle HER2-positiven (immunhistochemisch Score 3+ und/oder ISHpositiv) Pat. mit Primärerkrankung invasives Mammakarzinom >= pT1c
Referenz Empfehlung4.63.
a.) Patientinnen mit HER2überexprimierenden Tumoren mit einem Durchmesser ? 1 cm (immunhistochemisch Score 3+ und/oder ISH-positiv) sollen eine (neo-)adjuvante Behandlung mit Anthrazyklin gefolgt von einem Taxan in Kombination mit Trastuzumab erhalten. Trastuzumab soll über eine Gesamtdauer von einem Jahr verabreicht werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenLOE 1b, Empfehlungsgrad A

Qualitätsziel:
Möglichst häufig TrastuzumabTherapie über 1 Jahr bei HER2positiven Pat. mit Ersterkankung invasives Mammakarzinom >= pT1c
Anmerkungen