Prostatakarzinom

5.1

Mai 2019



NrQI 1
TitelBefundbericht Stanzbiopsie (seit 2014)
ZählerAnzahl Patienten mit Befundbericht mit Angabe von:
• Lokalisation und Anzahl Karzinom-positiver Gewebeproben im Verhältnis zu den entnommenen Stanzen.
• Semiquantitative Abschätzung des Prozentsatzes der Gesamtkarzinomfläche /Gesamtstanzzylinderfläche
• Gleason-Grad: Angabe aller primären und sekundären Grade sowie des am wenigsten differenzierten Grads, jeweils in „ %“. • Angabe des GesamtGleason-Scores.
NennerAlle Patienten mit Erstdiagnose Prostatakarzinom und Stanzbiopsie
Referenz EmpfehlungEmpehlung 5.42

Bei positivem Karzinomnachweis sollen folgende Informationen vom Pathologen an den Urologen übermittelt werden:

Anzahl und Lokalisation Karzinompositiver Gewebeproben.

Semiquantitative Abschätzung des Prozentsatzes der Gesamtkarzinomfläche/Gesamtstanzzylinderfläche.

Gleason-Grad: Angabe aller primären und sekundären Grade sowie des am wenigsten differenzierten Grads, jeweils in „%“. Angabe des GesamtGleason-Scores.

Lymphgefäß- (L) und Venen- (V) Invasion (L0 oder L1, V0 oder V1).

Perineurale Infiltration (Pn0 oder Pn), wenn beurteilbar, sollen eine Kapselinfiltration, ein kapselüber-schreitendes Wachstum (cT3a) und eine Samenblasen-infiltration (cT3b) angegeben werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEG A, LoE 4

Qualitätsziel:
Möglichst häufig vollständige Befundbericht nach Stanzbiopsie

Anmerkungen


NrQI 2
TitelAnzahl Patienten mit Befundberichten mit Angabe von: • pN-Kategorie • Zahl befallener LK im Verhältnis zu entfernten LK
ZählerAlle Patienten mit Erstdiagnose Prostatakarzinom und Lymphadenektomie
NennerAlle Patienten mit Erstdiagnose Prostatakarzinom und Lymphadenektomie
Referenz EmpfehlungEmpfehlung 5.49

Es sollen zur Bestimmung der Lymphknotenkategorie alle Lymphknoten makroskopisch präpariert und dann eingebettet, untersucht und gezählt werden. Die Lymphknoten sollen getrennt nach den angegebenen Regionen beurteilt werden. Nach histologischer Untersuchung soll die pN-Kategorie (pN0 oder pN1) festgelegt werden. Die Gesamtzahl und die Zahl der befallenen Lymphknoten sowie der Durchmesser der größten Metastase soll angegeben werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEG A, LoE 4

Qualitätsziel:
Möglichst häufig vollständige Befundberichte nach Lymphadenektomie
Anmerkungen


NrQI 3
TitelActive Surveillance (seit 2014)
ZählerAnzahl Patienten mit
• PSA-Wert ≤ 10 ng/ml und
• Gleason-Score ≤ 6 und
• cT1 oder cT2a und
• Tumor in ? 2 Stanzen bei Entnahme von 10-12 Stanzen und
• ≤ 50 % Tumor pro Stanze vor Beginn der AS
NennerAlle Patienten mit der Erstdiagnose Prostatakarzinom und Active Surveillance
Referenz EmpfehlungEmpfehlung 6.8
a. Voraussetzung für die Wahl einer Strategie der Aktiven Überwachung (Active Surveillance) sollen folgende Parameter sein:
• PSA-Wert ? 10 ng/ml;
• Gleason-Score ? 6;
• cT1 oder cT2a;
• Tumor in ? 2 Stanzen bei leitliniengerechter Entnahme von 10-12 Stanzen
• ? 50 % Tumor pro Stanze.
b. Bei Gleason 3+4 (7a) sollte AS im Rahmen von Studien geprüft werden.
c. Bei der Indikationsstellung sollen Alter und Komorbidität berücksichtigt werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEG A, LoE 4

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Vorliegen der aufgeführten Parameter bei Beginn AS
Anmerkungen


NrQi 3
TitelStrahlentherapie und hormonablative Therapie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom mit hohem Risiko (seit 2014)
ZählerAnzahl Patienten mit zusätzlicher adjuvanter hormonablativer Therapie
NennerAlle Patienten mit Erstdiagnose eines Prostatakarzinoms T1-2 N0 M0 mit hohem Risiko und perkutaner Strahlentherapie
Referenz EmpfehlungEmpfehlung 6.67

a. Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom des hohen Risikoprofils sollen zusätzlich zur perkutanen Strahlentherapie eine adjuvante hormonablative Therapie erhalten. Diese kann bis zu 6 Monate vor der Strahlentherapie beginnen.
b. Die hormonablative Therapie soll mindestens 24 Monate, besser 36 Monate dauern.
c. Bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom des hohen Risikoprofils soll die Entscheidung über die Dauer der hormonablativen Therapie individuell insbesondere in Abhängigkeit von Komorbidität und Verträglichkeit getroffen werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEG A, LoE 1+

Qualitätsziel:
Möglichst häufig adjuvante hormonablative Therapie bei lokalbegrenztem Prostatakarzinom mit hohem Risiko und perkutaner Strahlentherapie
Anmerkungen


NrQI 5
TitelKeine hormonablative Therapie bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom mit radikaler Prostatektomie (neu 2018)
ZählerAnzahl Pat. mit adjuvanter hormonablativer Therapie
NennerAlle Pat. mit Erstdiagnose Prostatakarzinom T3-4 N0 M0 und RPE
Referenz EmpfehlungEmpfehlung 6.64
a. Bei Patienten mit klinisch lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom ist ein prognostischer Vorteil einer neoadjuvanten hormonablativen Therapie nicht belegt.
b. Nach radikaler Prostatektomie soll bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom ohne Lymphknotenmetastasen (PSA im Nullbereich) keine adjuvante hormonablative Therapie durchgeführt werden
Evidenzgrundlage/weitere informationenEG A, LoE 1+

Qualitätsziel:
Keine adjuvante hormonablative Therapie bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom und radikaler Prostatektomie (RPE)
Anmerkungen


NrQI 6
TitelKeine hormonablative Therapie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko und perkutaner Strahlentherapie (neu 2018)
ZählerAnzahl Pat. mit hormonablativer Therapie
NennerAlle Patienten mit Erstdiagnose Prostatakarzinom T1-2 N0 M0 mit niedrigem Risiko und perkutaner Strahlentherapie
Referenz EmpfehlungEmpfehlung 6.65
Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom des niedrigen Risikoprofils sollen zusätzlich zur Strahlentherapie keine hormonablative Therapie erhalten.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEG A, LoE 1+

Qualitätsziel:
Keine adjuvante hormonablative Therapie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom mit niedrigem Risiko und perkutaner Strahlentherapie
Anmerkungen


NrQI 7
TitelSalvage-Radiotherapie bei rezidiviertem Prostatakarzinom (seit 2014, vormals: QI 8)
ZählerAnzahl Patienten mit Beginn der SRT und bei PSA<0,5ng/ml
NennerAlle Patienten Z.n. RPE und PSARezidiv und SRT
Referenz EmpfehlungEmpfehlung 7.10
a. Die SRT soll möglichst frühzeitig beginnen (PSA vor SRT < 0,5 ng/ml). SRT = Salvage-Radiotherapie
Evidenzgrundlage/weitere informationenEG A, LoE 2-3

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Beginn der SRT bei PSA <0,5ng/ml
Anmerkungen


NrQI 8
TitelPrävention von Kieferosteonekrosen (seit 2014, vormals: QI 9)
ZählerAnzahl Patienten mit zahnärztlicher Untersuchung vor Beginn der Therapie
NennerAlle Patienten mit Prostatakarzinom und Bisphosphonat o. Denosumab-Therapie
Referenz EmpfehlungEmpfehlung 7.52
Zur Prävention von Kieferosteonekrosen soll vor der Gabe von Bisphosphonaten oder Denosumab
• eine zahnärztliche Untersuchung und die ggf. erforderliche zahnärztliche Sanierung
• sowie eine Unterweisung und Motivation des Patienten zu überdurchschnittlicher Mundhygiene stattfinden
Evidenzgrundlage/weitere informationenEG A, LoE 3+

Qualitätsziel:
Möglichst häufig zahnärztliche Untersuchung vor Beginn der Bisphosphonat o. DenosumabTherapie
Anmerkungen


NrQI 9
TitelPostoperative Komplikationen nach Radikaler Prostatektomie (seit 2014, vormals: QI 10)
ZählerAnzahl Patienten mit Komplikation Clavien-Dindo Grade III oder IV innerhalb der ersten 6 Monate nach RPE
NennerAlle Patienten mit Erstdiagnose Prostatakarzinom T1-2 N0 M0 und RPE
Referenz EmpfehlungIn Anlehnung an einen entsprechenden ICHOM-Indikator. Entspricht dem Ziel der Leitlinie: Erfassung der postoperativen Komplikationen
Evidenzgrundlage/weitere informationenKeine Empfehlung, sondern von einem spezifischen Ziel der Leitlinie abgeleitet.

Begründungspflicht: 10%

Qualitätsziel:
Möglichst selten Clavien-Dindo Grade III oder IV nach RPE bei lokalisiertem Prostatakarzinom
AnmerkungenQuelle für Klassifikation: [850]
Grad III Komplikationen, bei denen eine chirurgische, endoskopische oder radiologische Intervention notwendig ist
Grad IIIa wie zuvor jedoch ohne Vollnarkose
Grad IIIb wie zuvor jedoch mit Vollnarkose
Grad IV Lebensbedrohliche Komplikation, die eine intensivmedizinische Behandlung verlangen
Grad IVa Versagen eines Organs
Grad IVb Versagen mehrerer Organe


NrQI 10
TitelKomplikationen nach definitiver Strahlentherapie (seit 2014, modifiziert 2018, vormals: QI 11)
ZählerAnzahl Patienten mit Komplikation CTCAE Grade III oder IV innerhalb der ersten 6 Monate nach Ende der Strahlentherapie
NennerAlle Patienten mit Erstdiagnose Prostatakarzinom und definitiver Strahlentherapie
Referenz EmpfehlungIn Anlehnung an einen entsprechenden ICHOM-Indikator. Entspricht dem Ziel der Leitlinie: Erfassung der Komplikationen nach definitiver Strahlentherapie
Evidenzgrundlage/weitere informationenKeine Empfehlung, sondern von einem spezifischen Ziel der Leitlinie abgeleitet.

Qualitätsziel:
Möglichst selten CTCAE Grade III oder IV nach definitiver Strahlentherapie
AnmerkungenQuelle für Klassifikation: [854]