Ösophaguskarzinom

2.0

December 2018



NrQI 1
TitelQI 1: Vollständige histopathologische Befundung von Biopsiematerial (Vorschlag der Erfassung für 1 Jahr in DKG-zertifizierten viszeralonkologischen Zentren, danach Prüfung der weiteren Erfordernis) Anmerkung: „becherzellhaltige Barrettmukosa“ wird im ADT-Datensatz nicht erfasst.
ZählerAnzahl Patienten mit Angabe der Art der neo-plastischen Läsion (Low Grade Dysplasie/Low Grade Intra Epitheliale Neoplasie, High Grade Dysplasie/High Grade Intraepitheliale Neoplasie=C15x +8077/0, 8077/2., C16x, +8148/0, 8148/2, Tis Klassifikation nach UICC, invasives Karzinom), WHO-hist. Typ , bei invasiven Karzinomen Grading nach aktueller WHOKlassifikation, Angabe, ob Biopsie aus dem distalen Ösophagus (C 15.5) mit becherzellhaltiger Barrettmukosa
NennerAlle Patienten mit V.a. Neoplasie des Ösophagus (D.00.1, C.15x., C16x) und Biopsie (1.440.9 und 1.440.a)
Referenz EmpfehlungDer histopathologische Befund am Biopsiematerial soll die folgenden Angaben enthalten:
• Art der neoplastischen Läsion (LGD/LGIEN, HGD/HGIEN, Karzinom), insbesondere ob ein invasives Karzinom vorliegt (bei HGD/HGIEN: Klassifikation am Biopsat als Tis nach UICC)
• Histologischer Typ nach WHO (insbesondere Unterscheidung Plattenepithel- versus Adenokarzinom)
• Bei invasiven Adenokarzinomen: Differenzierungsgrad (Grading) nach aktueller WHO-Klassifikation
• Bei Läsionen im distalen Ösophagus: ist eine Becherzell-haltige Barrett-Mukosa vorhanden?
Evidenzgrundlage/weitere informationenExpertenkonsens Konsensstärke: 100%

Im begründenden Hintergrundtext keine Literaturzitate angegeben.
Anmerkungen


NrQI 2
TitelVollständige histopathologische Befundung von lokalen Exzidaten (Für die Erhebung dieses Indikators sollen Datenfelder für die Angabe des zirkulären und basalen Resektionsrandes und der Invasionstiefe in das spezifische Modul des allgemeinen Basisdatensatzes der ADT aufgenommen werden. Die Größe in drei Dimensionen und die zusammenfassende Einschätzung des LK-Metastasierungsrisikos sind nicht dokumentierbar.)
ZählerAnzahl Patienten mit Angabe der Art der neo-plastischen Läsion (C15x +8077/0, 8077/2., C16x, +8148/0, 8148/2), WHOKlass., Grading, Lymphgefäß- und/oder Veneninvasion, Tiefe (Invasionstiefe) + Angabe von zirkulärem und basaler Resektionsrand
NennerAlle Patienten mit Neoplasie des Ösophagus (D.00.1, C.15x, C16x) und endoskopischer Resektion (5.422.2, 5.422.0, 5.422.2,5.422.3)
Referenz Empfehlung6.21.
Der histopathologische Befund an lokalen Exzidaten (endoskopische Resektion; ER) soll folgende Angaben enthalten:
• Größe der neoplastischen Läsion in 3 Dimensionen, wenn möglich
• Art der neoplastischen Läsion (LGD/LGIEN, HGD/HGIEN, Karzinom) – insbesondere, ob ein invasives Karzinom vorliegt (bei HGD/HGIEN: Klassifikation am Resektat als pTis nach UICC)
• Bei Karzinomnachweis: Histologischer Typ nach WHO (insbesondere Unterscheidung Plattenepithel- versus Adenokarzinom, andere seltene Typen)
• Bei invasiven Adenokarzinomen: Differenzierungsgrad (Grading) nach aktueller WHO-Klassifikation
• Maximale Tiefe der Infiltration: pT1a (m1, m2, m3, m4) / pT1b (sm1, sm2, sm3) plus Infiltrationstiefe in ?m (oder höhere pT-Kategorie)
• Lymphgefäß- und/oder Veneninvasion (L0 vs. L1, V0 vs. V1)
• Zusammenfassende Einschätzung des LKMetastasierungsrisikos: Low risk vs. High risk-Resektionsränder bzgl. der Neoplasie (bei ER in toto zirkulärer und basaler RR; bei „piecemeal“-ER basaler RR, da hier der zirkuläre RR in der Regel histo-pathologisch als RX gewertet werden muss
Evidenzgrundlage/weitere informationenExpertenkonsens Konsensstärke: 100%

Literatur: [200-202]
Anmerkungen


NrQI 3
TitelVollständige histopathologische Befundung des Operationsresektates Anmerkung: Die Lokalisation des Tumorzentrums in Beziehung zur ÖGJ (Ösophagogastraler Junktion) und Angabe, ob der Tumor die ÖGJ kreuzt ist nicht dokumentierbar.
ZählerAnzahl Patienten mit Angabe von Größe der neoplastischen Läsion, Art der Läsion (C15x +8077/0, 8077/2., C16x, +8148/0, 8148/2, Tis), WHO-Klass. Grading, pT, pN, Ratio LK, L, V, R-Status (TNM)
NennerAlle Patienten mit Neoplasie des Ösophagus und chirurgischer Resektion (D.00.1, C.15x, C16x) und chirurgischer Resektion (OPS 5.422.0, alle 5.423, 5.424, 5.425, 5.426)
Referenz Empfehlung6.22.
Der histopathologische Befund an Operationsresektaten soll folgende Angaben enthalten:
o Größe der neoplastischen Läsion Lokalisation des Tumorzentrums in Beziehung zur ÖGJ und Angabe, ob der Tumor die ÖGJ kreuzt
o Art der neoplastischen Läsion (LGD/LGIEN, HGD/HGIEN, Karzinom) – insbesondere, ob ein invasives Karzinom vorliegt (bei HGD/HGIEN: Klassifikation als pTis nach UICC)
o Bei Karzinomnachweis: Histologischer Typ nach WHO (insbesondere Unterscheidung Plattenepithel- versus Adenokarzinom, andere seltene Typen) Differenzierungsgrad (Grading)
•Maximale Tiefe der Infiltration (pT)
•Lymph- oder Hämangio-Invasion : L0 vs. L1, V0 vs. V1) •Resektionsränder (oral, aboral und zirkumferenziell): R0 / R1 •Lymphknoten-Status nach UICC (pN) und Ratio aus Zahl der befallenen und untersuchten Lymphknoten (…/…LK)
Evidenzgrundlage/weitere informationenExpertenkonsens Konsensstärke: 100%

Literatur:
[200-202, 204, 206-209, 211-227]
Anmerkungen


NrQI 4
TitelTherapieempfehlung aus interdisziplinärer Tumorkonferenz (Anmerkung: Es wurde nur der erste Teil der Empfehlung für operationalisierbar eingeschätzt. Die Leitlinienautoren sprachen sich für eine Festlegung der Teilnehmer der Tumorkonferenz durch die Zertifizierungskommission der DKG für viszeralonkologische Zentren aus. Erfasst werden soll der Primärfall)
ZählerAnzahl Patienten mit Therapieempfehlung aus interdisziplinärer Tumorkonferenz vor Therapie (Staging abgeschlossen)
NennerAlle Patienten mit Neoplasie des Ösophagus (D.00.1, C.15x, C16x)
Referenz Empfehlung8.1.
1. Therapieempfehlungen sollen in einer interdisziplinären Tumorkonferenz getroffen werden.

2 Als Grundlage für die Therapieempfehlung sollen Staging-Informationen, die Patienten-Komorbiditäten, der Ernährungsstatus und die Patientenpräferenz berücksichtigt werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenExpertenkonsens Konsensstärke 100%

kein Literaturzitat angegeben
Anmerkungen


NrQI 5
TitelVollständige endoskopische Resektion einer intraepithelialen Neoplasie oder eines mukosalen Frühkarzinoms im Barrett-Ösophagus (Anmerkung: nur die Teile a+b der Empfehlung wurden umgesetzt. „keine Ulzerationen“ nicht in Dokumentationssystemen abgebildet)
ZählerAnzahl Patienten mit R0
NennerAlle Patienten mit Diagnose einer hochgradigen intraepithelialen Neoplasie ( C16x, 8148/2) oder eines mukosalen Karzinoms (=8140/3) L0, V0, G1/G2, keine Ulzerationen, Infiltrationstiefe ? m3 im Barrett- Ösophagus ( K22.7) und endoskopischer Resektion (5.422.2, 5.422.20. 5.422.3, 5.422.4)
Referenz Empfehlung8.2

a. Bei Nachweis einer hochgradigen intraepithelialen Neoplasie oder eines mukosalen Karzinoms (L0, V0, keine Ulzerationen, Grading G1/G2, Infiltrationstiefe ? m3) im Barrett-Ösophagus soll eine endoskopische Resektion durchgeführt werden, da hierdurch neben der Therapie auch ein Staging der Läsion mit der Frage der Tiefeninfiltration erfolgt.

Daher ist eine endoskopisch komplette Resektion mit kurativer Intention anzustreben.

Nach erfolgreicher Resektion von Neoplasien im Barrett-Ösophagus soll die nicht neoplastische Barrett-Mucosa thermisch abladiert werden, um die Rate an metachronen Neoplasien zu senken.
Evidenzgrundlage/weitere informationenExpertenkonsens Konsensstärke 100%

Literatur: [111, 237-251, 253-255]
Anmerkungen


NrQI 6
TitelVollständige chirurgische Resektion
ZählerAnzahl Patienten mit R0
NennerAlle Patienten mit Neoplasie des Ösophagus (D.00.1, C.15x, C16x) und Operation (chirurgische Resektion OPS 5.422.0, alle 5.423, 5.424, 5.425, 5.426)
Referenz Empfehlung8.9.

Das Ziel der chirurgischen Resektion beim Plattenepithelkarzinom und Adenokarzinom ist die vollständige Entfernung des Tumors (oral, aboral und in der Zirkumferenz) und der regionären Lymphknoten.
Evidenzgrundlage/weitere informationenExpertenkonsens Konsensstärke 100%
Anmerkungen


NrQI 7
Titelpräoperative Radiotherapie bei Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus T3/T4 Anmerkung: Nur der erste Teil der Empfehlung wurde umgesetzt
ZählerAnzahl Patienten mit präoperativer Radiochemotherapie
NennerAlle Patienten mit Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (C15x) und cT3/cT4
Referenz Empfehlung8.27.

Bei operablen Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus der Kategorie cT3 und bei resektablen cT4 Tumoren soll eine präoperative Radiochemotherapie mit anschließender kompletter Resektion durchgeführt werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEvidenzgrad 1a, Konsensstärke 100%

Literatur: [406-409]
Anmerkungen


NrQI 8
Titelperioperative Chemotherapie oder präoperative Radiochemotherapie bei operablen Patienten mit Adenokarzinom des Ösophagus
ZählerAnzahl Patienten mit prä- und postoperativer Chemotherapie oder präoperativer Radiochemotherapie
NennerAlle Patienten mit Adenokarzinom des Ösophagus (C.16x, 8140/3) und Operation (OPS 5.422.0, alle 5.423, 5.424, 5.425, 5.426) und cT3 oder cT4
Referenz Empfehlung8.24.

Beim operablen Patienten mit Adenokarzinom des Ösophagus oder des ösophagogastralen Übergangs der Kategorie cT3 und bei resektablen cT4 Tumoren soll eine perioperative Chemotherapie oder eine präoperative Radiochemotherapie durchgeführt werden.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEvidenzgrad 1a Konsensstärke 100%

Literatur: [389, 391-393, 402, 403]
Anmerkungen


NrQI 9
TitelSystemtherapie des metastasierten Ösophaguskarzinoms
ZählerAnzahl Patienten mit systemischer Chemotherapie (Erstlinie)
NennerAlle Patienten mit einem metastasierten Adenokarzinom des Ösophagus (C16.x, 8140/3,M1)
Referenz Empfehlung9.1.

Patienten mit einem metastasierten oder lokal fortgeschrittenen, nicht kurativ behandelbaren Adenokarzinom des Ösophagus soll eine systemische Chemotherapie angeboten werden. Therapieziel ist die Verlängerung der Überlebenszeit und der Erhalt der Lebensqualität.
Evidenzgrundlage/weitere informationenEvidenzgrad 1a
Literatur: [111, 498, 502]
Anmerkungen


NrQI 10
TitelAnastomoseninsuffizienz nach chirurgischer Resektion
ZählerAnzahl Patienten mit Anastomoseninsuffizienz (ICD: K91.83 „Insuffizienzen von Anastomosen und Nähten nach OP an: Anus, Darm, Magen, Ösophagus, Rektum), die endoskopisch, interventionell oder operativ behandelt wurden
NennerAlle Patienten mit Neoplasie des Ösophagus (D.00.1, C.15x, C16x) und Operation (chirurgische Resektion OPS 5.422.0, alle 5.423, 5.424, 5.425, 5.426)
Referenz EmpfehlungErgebnisindikator basierend auf einem entsprechenden QI aus Belgien:

„OC9: Proportion of patients experiencing anastomotic leakage after oesophagectomy”

Vorschlag Prof. Hölscher: Einteilung der Anastomoseninsuffizienz in I-III.
I= locally defect, no change in therapy, only medicaments or diet modification
II: Localized defect requiring intervention, but no surgery, e.g. IR drain, stent or bedside opening
III: Localized defect requiring surgical therapy –Soll erfasst werden
Evidenzgrundlage/weitere informationenDefinition as in Low et al, International Consensus on Standardization of Data Collection for Complications Associated With Esophagectomy: Esophagectomy Complications Consensus Group (ECCG)., 2015 [348]
Anmerkungen


NrQI 11.1
TitelMortalität nach Operation
ZählerAnzahl postoperativ verstorbene Patienten nach 30 Tagen
NennerAlle Patienten mit Neoplasie des Ösophagus (D.00.1, C.15x, C16x) und Operation (chirurgische Resektion OPS 5.422.0, alle 5.423, 5.424, 5.425, 5.426)
Referenz EmpfehlungErgebnisindikator basierend auf einem entsprechenden QI aus Belgien:

OC6: Oesophageal resection mortality rate within 30 days [575]
Evidenzgrundlage/weitere informationenGeht als Vorschlag auf folgende Publikationen zurück:

[576, 577]:
Mortality Rate: 90 days better than 30 days to measure.
Anmerkungen


NrQI 11.2
TitelMortalität nach Operation
ZählerAnzahl postoperativ verstorbene Patienten nach 90 Tagen
NennerAlle Patienten mit Neoplasie des Ösophagus (D.00.1, C.15x, C16x) und Operation (chirurgische Resektion OPS 5.422.0, alle 5.423, 5.424, 5.425, 5.426)
Referenz EmpfehlungErgebnisindikator basierend auf einem entsprechenden QI aus Belgien:

OC6: Oesophageal resection mortality rate within 30 days [575]
Evidenzgrundlage/weitere informationenGeht als Vorschlag auf folgende Publikationen zurück:

[576, 577]:
Mortality Rate: 90 days better than 30 days to measure.
Anmerkungen